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Presseveranstaltung am 2. Dezember 2019 in Hachenburg zum neuen Fahrplan der Oberwesterwaldbahn (RB 90)

Herausgeber: SPNV Nord

Auf Initiative von Herrn Landtagspräsidenten Hendrik Hering fand am Montag, 2. Dezember 2019 bei der Verbandsgemeinde in Hachenburg eine Presseveranstaltung zur Vorstellung des neuen Fahrplans der
Nahverkehrszuglinie RB 90 auf der Westerwaldbahn statt.

Neben Herrn Hendrik Hering haben Herr Thorsten Müller (Verbands-
direktor SPNV-Nord), Herr Landrat Achim Schwickert (Westerwaldkreis), Herr Landrat Dr. Peter Enders (Landkreis Altenkirchen), Herr Dr. Klaus Vornhusen (Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn) und Herr Veit Salzmann (Geschäftsführer der Hessischen Landesbahn) den Medienvertretern das neue Fahrplankonzept vorgestellt und erläutert.

Der neue Fahrplan auf der Oberwesterwaldbahn (RB 90), der zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember eingeführt wird, hat eine schon längere Vorgeschichte:

Die RB 90 verkehrt seit Dezember 2015 zwischen Siegen und Westerburg täglich zwischen 6 Uhr und 21 Uhr in einem umsteigefreien Stundentakt und bedient alle Stationen. Die Fahrzeiten sind wegen der erneuerungsbedürftigen Streckeninfrastruktur leider für die Kunden wenig attraktiv. Schwer wiegt die Unterbrechung der Linie RB 90 in Westerburg, wo bis Dezember 2019 Umsteigezeiten von bis zu 40 Minuten von/nach Limburg zu beklagen sind. Auf der eingleisigen Strecke südlich von Au entstehen wegen Kreuzungen mit entgegenkommenden Zügen an mehreren Bahnhöfen Wartezeiten bis zu 15 min. Die Züge fahren nur höchstens 60 km/h schnell.

Deshalb ist bereits seit längerer Zeit geplant, dass die Oberwesterwaldstrecke auch mit Landesmitteln ausgebaut und beschleunigt wird.

Die vielen dringend notwendigen Baumaßnahmen an der Strecke sowie an Bahnübergängen und Signalanlagen zur Erhöhung der Geschwindigkeit und Optimierung der Kreuzungen können jedoch nur Schritt für Schritt verwirklicht werden und verzögern sich als Gesamtpaket noch bis 2023/2024, da es zu Verzögerungen im Planfeststellungsverfahren kam. So konnte auch die länger geplante Weiterführung des durchgehenden Stundentaktes bis Limburg bislang nicht verwirklicht werden.

Darum haben viele Fahrgäste den bisherigen Fahrplan der RB 90 bemängelt und schnellere sowie über Westerburg hinaus verkehrende Verbindungen gefordert. Deshalb hat der SPNV-Nord in Zusammenarbeit mit dem Betreiber, der Hessischen Landesbahn (HLB), zum anstehenden Fahrplanwechsel 2019/2020 einen verbesserten Übergangsfahrplan entwickelt. Dieser kommt einigen Wünschen der Fahrgäste entgegen, obwohl bisher nur ein Bruchteil der oben genannten Infrastrukturmaßnahmen realisiert werden konnte.

So verkehren ab dem 15. Dezember 2019 werktags alle zwei Stunden jeweils sieben durchgehende Züge von Limburg nach Siegen und zurück und dies in etwas weniger als drei Stunden. Heute dauern solche Fahrten rund eine Stunde länger. In Limburg werden die meisten Anschlüsse ins Rhein-Main-Gebiet und von dort her sichergestellt. An Wochenenden verkehren diese Züge zwischen Westerburg und Siegen. Längere Wartezeiten für Zugkreuzungen werden vermieden. Außerdem sind diese durchgehenden neuen Zugverbindungen der RB 90 in Au (Sieg) auf die Anschlüsse an die Linie RE 9 (RSX) nach und von Köln abgestimmt.

Allerdings können diese 14 durchgehenden Züge (sieben Züge hin und zurück) nur dadurch fahrplantechnisch ermöglicht werden, dass durch Auslassen der Halte Büdingen, Enspel und Rotenhain eine schnellere Durchfahrt und Kreuzung der Züge an den passenden Stellen erfolgt. Die überwiegende Anzahl der Fahrten sowie die Schülerzüge halten aber nach wie vor in diesen drei Ortschaften.

Ergänzt wird das oben genannte Fahrplankonzept durch zweistündlich verkehrende Züge zwischen Limburg und Altenkirchen, die alle Unterwegshalte bedienen. Fahrgäste, die in diesen Zeitlagen über Altenkirchen hinaus reisen möchten, können dies mit Umsteigezeiten von zumeist nur etwas mehr als 15 Minuten realisieren.

Dies gelingt werktags durch die Einrichtung von zusätzlichen Zügen zwischen Betzdorf und Altenkirchen. Deshalb müssen die Fahrgäste nur zu wenigen Stunden außerhalb der Hauptverkehrszeiten länger warten. Wegen der günstigen Lage des Bahnhofs zur Altenkirchener Innenstadt und zu einem benachbarten Einkaufszentrum können diese Wartezeiten besser als in Westerburg genutzt werden.

In Gänze ist das neue Übergangs-Fahrplankonzept der RB 90 deutlich besser als das der vorherigen Fahrplanjahre (2016-2019). Darin waren sich die Akteure der Presseveranstaltung einig und haben dies den anwesenden Medienvertretern gegenüber vermittelt.

Dabei muss aber die Perspektive im Blick behalten werden, dass erst mit der Inbetriebnahme der ausgebauten Infrastruktur in den Jahren 2023/ 2024 schließlich ein Zielfahrplan realisiert werden kann, der sowohl schnelle und vollständig umsteigefreie Fahrten, als auch die Bedienung sämtlicher Halte ermöglicht.