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Update zum SPNV im Norden von Rheinland-Pfalz

Herausgeber: SPNV-Nord

Die bislang vorliegenden Bilder aus dem Ahrtal und der Eifel zeigen ein unvorstellbares Bild der Zerstörung an der Schieneninfrastruktur durch das Extremwetterereignis in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021.

Das Hochwasser hat auch weiterhin erhebliche Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Die Fahrgäste werden um Verständnis für die Einschränkungen gebeten. Aktuelle Informationen sind am besten über die Online-Auskünfte erhältlich.

Hier ein kurzer Überblick der aktuellen Situation im Schienenverkehr im Norden von Rheinland-Pfalz:

  • Bis auf die Eifel- und Ahrstrecke sind alle anderen Strecken wieder befahrbar.
  • Die Eisenbahninfrastrukturunternehmen DB Netz DB und Station&Service sowie das Eisenbahnverkehrsunternehmen DB Regio NRW nehmen diese Woche die Schäden an Infrastruktur und Fahrzeuge auf.
  • Bislang bekanntgewordene Bilder legen nahe, dass weite Teile beider Strecken komplett neu aufgebaut werden müssen. Betroffen sind in Rheinland-Pfalz bis zu 115 km Streckenlänge. Nach Einschätzung der DB sind es 600 km bundesweit.
  • Es sind ganz umfassende Erneuerungen der Eisenbahninfrastruktur (Oberbau, Brücken, Stützwände, Durchlässe, Bahnübergänge, Stellwerke etc.) erforderlich und außerdem zehn Bahnfahrzeuge betroffen.
  • Erfreulicherweise kann die RB 30 Ahrbrück – Bonn nun zwischen Remagen und Bonn pendeln.
  • Im Ahrtal konnte mit vier Gelenkbussen ein Schienenersatzverkehr (SEV)
    zwischen Remagen und Ahrweiler eingerichtet werden. Weiteres ist derzeit nicht möglich.
  • In der Eifel konnte noch kein SEV eingerichtet werden. DB Regio NRW und SPNV-Nord suchen nach Lösungen.
  • Die Eisenbahnbrücke auf der linksrheinischen Strecke über die Ahr in Sinzig ist mit reduzierter Geschwindigkeit wieder nutzbar. Die Langsamfahrstelle führt zu Verspätungen im SPNV auf den Linien RE 5 (RRX) und RB 26 (MRB), die sich aber in Grenzen halten. Ab dem Wochenende soll die Brücke voraussichtlich wieder mit regulärer Geschwindigkeit befahren werden können.
  • Die linke Rheinseite ist seit Samstagabend auch in Bonn für den Personen- und Güterverkehr wieder nutzbar, so dass der RE 5 und RB 26 wieder durchgängig aber mit Verspätungen verkehren können.
  • Im Kreis Altenkirchen im Nordosten von Rheinland-Pfalz kann der Rhein-Sieg-Express RE 9 wieder von Siegen über Betzdorf und Köln weiter nach Aachen fahren.
  • Die zwischenzeitlichen Einschränkungen auf der Moselstrecke (Koblenz – Trier),
    Pellenzbahn (Andernach – Kaisersesch) und Moselweinbahn (Bullay – Traben-Trarbach) sind aufgehoben.
  • Weiterhin tagt der seit Donnerstag (15. Juli) eingerichtete Krisenstabs zum Schienennahverkehr.
  • Perspektiven für einen Zugverkehr auf beiden Strecken sind derzeit nicht möglich.

Vielleicht kann die vom Unwetter verschonte Eifelquerbahn (Kaisersesch – Daun –
Gerolstein) ggf. zur Entlastung der Eifelstrecke beitragen. Konkret könnte dies darin bestehen, dass auf der Eifelstrecke eingeschlossene Fahrzeuge geborgen werden können, die Werkstatt in Gerolstein wieder angefahren werden kann und Bauzüge nicht nur von Trier-Ehrang und Euskirchen, sondern auch über Andernach zum Einsatz kommen könnten. Der SPNV-Nord hat DB Netz um Prüfung gebeten.