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Warnstreik bei vlexx: Muskelspiele der EVG nicht nachvollziehbar

Herausgeber: Vlexx GmbH

Mainz, 08.03.2021

Über den Warnstreik der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) am Montagmorgen auf dem Betriebsgelände sowie an einigen Standorten des Unternehmens hat sich vlexx-Geschäftsführer Frank Höhler gewundert. „Wir haben der EVG ein faires und für diese wirtschaftlich schweren Zeiten gutes Angebot unterbreitet. Dass die Gewerkschaft jetzt den Betrieb bestreikt, um Forderungen von über 10 Prozent durchzusetzen, ist für mich nicht nachvollziehbar“, kritisiert Höhler den Warnstreik. St

Die EVG unterrichtete vlexx gestern um 23:08 Uhr kurz nach ihrem Streikbeginn. Am Warnstreik beteiligten sich wenige vlexx-Mitarbeitende. Auswirkungen für Fahrgäste hatte der Streik nicht: Zu Zugausfällen oder sonstigen Einschränkungen kam es im bestreikten Zeitraum aufgrund des Streiks nicht. Ein Zug fiel wegen einer Fahrzeugstörung zwischen Kirn und Mainz aus.

vlexx und EVG befinden sich aktuell in Tarifverhandlungen. Die letzten Tarifverhandlungen brachten noch keine Einigung zu einem Tarifabschluss und wurden durch die EVG unterbrochen. vlexx hatte ein umfangreiches Paket angeboten. Dies umfasste unter anderem eine Entgelterhöhung in zwei Stufen, die Einführung einer betrieblichen Altersversorgung, die Erhöhung von Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschlägen und eine schrittweise Einführung eines 13. Monatsgehalts. Allein für 2021 bedeute dies eine Erhöhung um 2,9 Prozent, über die gesamte Laufzeit von zwei Jahren um insgesamt ca. 6 Prozent. Auch für die Auszubildenden ist eine Erhöhung des Gehalts vorgesehen. Beim Thema Zeitguthabenkonten befindet sich vlexx in Gesprächen mit dem Betriebsrat und strebt eine Vereinbarung für alle Mitarbeitenden an.

„In Zeiten, in denen eine ganze Branche von einem Rettungsschirm der öffentlichen Hand lebt, sind die Forderungen völlig überzogen“, sagt Höhler. Der gesamte SPNV verzeichne aktuell aufgrund der Corona-Pandemie einen dramatischen Rückgang von Fahrgeldeinnahmen durch wegbleibende Fahrgäste. Die fehlenden Einnahmen könnten aktuell zwar durch den Rettungsschirm teilweise ausgeglichen werden, seien jedoch langfristig noch deutlich spürbar. „Wir mussten keine Kurzarbeit einführen oder Arbeitsplätze abbauen und unser Bestreben ist es, dass wir unseren Mitarbeitern trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen weiterhin leistungsgerechte und faire Arbeits- und Vergütungsbedingungen garantieren möchten“, betont Höhler. Er sei enttäuscht, dass die EVG zu Zugeständnissen in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit nicht bereit sei.

vlexx würde es begrüßen, wenn die EVG an den Verhandlungstisch zurückkehren würde.