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Lüften im ÖPNV

Die Infektionsgefahr in Bussen und Bahnen ist deutlich geringer, als viele denken. Das belegen neben zahlreichen internationalen Untersuchungen auch aktuelle Berechnungen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und zwei Studien der Charité Research Organisation (CRO).

Ein entscheidender Faktor für die Sicherheit der Fahrgäste ist ein regelmäßiger Luftaustausch. Deshalb sorgen die Verkehrsunternehmen in Rheinland-Pfalz so oft es geht für reichlich frische Luft.

 

Mehr Frischluft für mehr Sicherheit 

Regelmäßiges Lüften ist ein wichtiger Baustein, um das Infektionsrisiko in Innenräumen effektiv zu senken – das gilt nicht nur für Schulen und Büros, sondern natürlich auch für Bahnen und Busse. Je höher der Frischluftanteil in Fahrzeugen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), desto niedriger die mögliche Viruskonzentration und das potenzielle Infektionsrisiko. 

Laut VDV sorgen die Lüftungsanlagen in Bussen und Bahnen des öffentlichen Nahverkehrs generell alle 50 Sekunden für einen kompletten Luftaustausch. In der Regel funktioniert das über ein Gemisch aus Frisch- und Umluft. Wo es technisch möglich ist, haben die Verkehrsunternehmen in Rheinland-Pfalz ihre Lüftungsanlagen allerdings aktuell auf eine Frischluftzufuhr von 100 Prozent eingestellt und öffnen, soweit dies technisch möglich ist, die Türen von Bussen und Bahnen an jeder Haltestelle automatisch – sodass der Frischluftanteil kontinuierlich hoch bleibt.

Auch international gilt: Der ÖPNV ist sicher. 

Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hat in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden das Infektionsgeschehen im Land analysiert. Dabei konnte keine einzige Infektionskette belegt werden, die auf eine Ansteckung im ÖPNV hinweist. 

In Frankreich ist die Lage ähnlich. Im Rahmen einer Cluster-Analyse der französischen Gesundheitsbehörde (Santé publique France) konnten über einen Zeitraum von dreieinhalb Wochen insgesamt 150 Infektionsketten identifiziert werden – keine davon im Zusammenhang mit Bussen und Bahnen. 

Identische Ergebnisse werden aus Tokio gemeldet: Auch hier konnten Forscher zahlreiche Cluster und Infektionsketten identifizieren – keine davon stand im Zusammenhang mit Bussen und Bahnen. Stattdessen stellten sich andere Orte als Hotspots heraus – unter anderem Restaurants, Fitnessstudios und Arbeitsplätze.  

 

Charité-Studien: Kein erhöhtes Infektionsrisiko.

Gleich zwei Veröffentlichungen der Charité Research Organisation (CRO) liefern wissenschaftliche Belege dafür, dass die Infektionsgefahr im ÖPNV nicht höher ist als anderswo. Im Rahmen der ersten Studie wurden rund 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bahn auf akute und überstandene Infektionen getestet. Das Ergebnis: In Zügen besteht selbst bei erhöhter Aufenthaltsdauer und häufigem beruflichen Personenkontakt kein erhöhtes Infektionsrisiko.. Mehr Informationen zur Studie und zu den nach wie vor intensiven Reinigungsmaßnahmen in den Fahrzeugen gibt’s hier

In einer zweiten Studie im Auftrag der Bundesländer und des VDV hat die CRO das Ansteckungsrisiko von Fahrgästen in Bussen und Bahnen mit dem von Pendlerinnen und Pendlern verglichen, die regelmäßig mit PKW, Motorrad oder Fahrrad unterwegs sind. Dazu wurden im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) insgesamt 681 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über einen Zeitraum von fünf Wochen begleitet. Auch hier kommt das Forschungsinstitut zu dem Schluss, dass im ÖPNV keine erhöhte Infektionsgefahr herrscht. Weitere Infos zum Aufbau der Studie und den detaillierten Ergebnissen gibt’s hier.