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Frag Rolph

Nahverkehr ist moderne Mobilität. Er schont die Umwelt und bringt Dich sicher ans Ziel. In Rheinland-Pfalz arbeiten viele Partner im Nahverkehr zusammen. Deswegen ist er manchmal nicht ganz einfach zu verstehen.

Hier findest Du Antworten auf viele Fragen in neun verschiedenen Themen:

49Antworten zum Thema

Mehr Angebot

Doppelstockzüge sind dort sinnvoll, wo man bei relativ kurzen Bahnsteigen viele Leute befördern will. Zwischen Mainz und Koblenz können die Kapazitäten aufgrund der längeren Bahnsteige weitestgehend auch durch Doppeltraktionen (also zwei Züge gekuppelt) von einstöckigen Triebwagen erreicht werden.

Generell schreiben wir in den Ausschreibungen aber nicht einstöckig vor, sondern geben nur die erforderlichen Kapazitäten je Zug an. Die Unternehmen entscheiden dann selbst, mit welcher Zugart sie fahren wollen. Die Kapazitäten werden auch seit Jahren mit jeder Ausschreibung nach oben angepasst und deshalb werden auch vermehrt Bahnsteige ausgebaut, um längere Züge zu ermöglichen.
Doppelstockwagen haben den großen Nachteil, dass der barrierefreie Einstieg für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste nur bedingt möglich ist. Du siehst, es ist ein komplexes Thema.

Du hast vollkommen recht, dass in der Relation Kaiserslautern – Mainz der Zug derzeit nicht unbedingt die attraktivste Reiseverbindung ist.
Leider wurde in den letzten Wochen des 2. Weltkrieges das 220 Meter lange Pfrimmtalviadukt bei Marnheim gesprengt und somit die direkte Schienenverbindung von Mainz über Alzey nach Kaiserslautern zerstört. Nach dem Krieg gab es Bestrebungen, das Viadukt wieder zu errichten und die Lücke im Schienennetz zu schließen, doch dies scheiterte an den Kosten. Inzwischen ist ein Wiederaufbau nicht mehr möglich, da die damalige Trasse und auch etwaige Alternativrouten durch z.B. Neubaugebiete oder Straßen überbaut wurden.
Deshalb sind meine Partner und ich bestrebt, die Direktverbindungen über die Alsenzbahn und die Nahestrecke weiter auszubauen. Wir hoffen, in den nächsten Jahren mehr direkte RE-Verbindungen anzubieten. Derzeit scheitert das noch an der eingeschränkten Infrastruktur im Zulauf auf Mainz. Da können derzeit kaum noch zusätzliche Züge fahren. Wir hoffen auf einen Ausbau der Infrastruktur durch den Bund und dann hätten wir auch die Möglichkeit, mehr Direktzüge fahren zu lassen, denn auch wir sehen den Bedarf.
Auch wenn dir dies aktuell nicht weiterhilft, hoffe ich, dass ich dir wenigstens die Hintergründe etwas erläutern konnte.

Durch eine mehrjährigen Großbaustelle auf der Strecke Saarbrücken - Mannheim war auch der Streckenabschnitt zwischen Kaiserslautern und Landstuhl beeinträchtigt. So stand abschnittsweise nur ein Gleis zur Verfügung. Deshalb musste die Anzahl der Züge auf diesem Streckenabschnitt reduziert werden. Mit Abschluss der Bauarbeiten werden sukzessive wieder mehr Verbindungen in den Fahrplan aufgenommen. So konnten zum Fahrplanwechsel im Dezember letzten Jahres fast alle durchgehenden Verbindungen werktags wieder aufgenommen werden.

Für "Einsteiger" ist es sicherlich schwierig, sich in den verschiedenen Tarifen zurechtzufinden. Solange man sich innerhalb eines Verkehrsverbundes bewegt, zählt immer der Verbundtarif. Bei verbundübergreifenden Strecken gilt der DB-Tarif. Auch hier gibt es, ähnlich wie bei den Verbünden, Angebote für Monats- und Jahreskarten. Hier findest Du alle Details für Zeitkarten der DB inkl. eines Vergleichs zu den PKW-Kosten.
Bezüglich der Fahrzeiten kann ich Dir die Regionalexpress-Linien RE4 und RE14 empfehlen. Mit diesen bist Du ab Ludwigshafen Hbf (RE4) bzw. Ludwigshafen Mitte (RE14) in ca. 45 Minuten in Mainz. Beide Linien fahren zweistündlich und ergänzen sich zu einem stündlichen Angebot und die Fahrzeuge des RE sind inzwischen fast alle mit kostenlosem WLAN ausgestattet. Da kann die Fahrt schon sinnvoll genutzt werden.  Und ergänzend dazu fährt auch noch jede Stunde die S6. Du siehst: es ist gar nicht so schlecht, wie es vielleicht auf den ersten Blick aussieht.

Ruftaxen schließen die Lücken im regulären Linienverkehr und auch in den schwächer frequentierten Zeiten am Abend und, genau wie eine Buslinie, auf festgelegten Routen nach einem festen Fahrplan und halten an festen Haltestellen. Allerdings nur dann, wenn ein Fahrgast eine Fahrt vorbestellt. Es gibt aber auch Flächensysteme, die den Kunden zuhause abholen und zu einer Haltestelle im Ort fahren. Bzw. umgekehrt, von einer Haltestelle im Ort bis zur Haustür. Beide Systeme gibt es in Rheinland-Pfalz. Zum Einsatz kommen meist Großraumtaxen oder Kleinbusse. Der Preis liegt deutlich unter dem eines normalen Taxis. In einzelnen Verkehrsverbünden können die Ruftaxen auch mit regulären Zeitkarten genutzt werden.

Ja, einfach mal ausprobieren! Mit einem Jahresticket und nur einem Auto kommt eine Familie oft 364 Tage im Jahr aus, und für den letzten Tag gibt es Carsharing oder Mietautos. Das ist in der Summe deutlich billiger, als durchgehend ein zweites Auto vorzuhalten. Und gerade Kindern macht Bus und Bahnfahren richtig Spaß. Erst bei Mama an der Hand und später können sie damit sogar alleine die Welt erkunden, mit dem Auto geht das erst ab 18. Übrigens: Es gibt verschiedene Ticket-Angebote, mit denen Kinder kostengünstig mitreisen können. Mit dem Rheinland-Pfalz-Ticket z.B. können Erwachsene beliebig viele eigene Kinder oder Enkel kostenlos mitnehmen.

Grundsätzlich gilt: es gibt längst nicht mehr nur in Großstädten Nachtangebote. Zwar können Angebote diesbezüglich regional sehr unterschiedlich sein, aber in vielen Regionen fährt der Nahverkehr beispielsweise zu einigen Festen länger als sonst. Außerdem gibt es vielerorts Ruftaxen oder Rufbusse, die zu bestimmten Zeiten bestellt werden können.

 

Falls diese in der eigenen Region nicht zur Verfügung stehen, können Taxen als Ergänzung genutzt werden. Tipp: Als Gruppe lassen sich auch die Kosten für ein Taxi gut teilen.

Baustellen, Unfälle, dichter Verkehr: unsere Straßen sind einfach zu voll. Störungen haben dann gleich große Auswirkungen. Neue Straßen können kaum noch gebaut werden. Die Anzahl der Staus wird daher sogar noch zunehmen, auch ohne Baustellen. Auch Züge sind von Baumaßnahmen und anderen externen Einflüssen manchmal negativ betroffen, jedoch in weit geringerem Ausmaß. Aber wenn es schon länger dauert, dann ist es doch netter, wenn man die Zeit nutzen kann, um die Zeitung zu lesen oder sich mit Mitfahrenden zu unterhalten, statt sich durch den Stau zu quälen.

Wer Alkohol im Blut hat, für den ist der Nahverkehr immer die beste Alternative! Autofahren darf man schon ab 0,5 Promille nicht mehr. Radfahren wird ab 1,6 Promille strafbar. Bus und Bahn sind in dieser Hinsicht risikofrei. Auch, wenn es mal ein Gläschen mehr war. Tipp: Wer gleich mit Bus und Bahn in den Abend startet, braucht sich später keine Gedanken mehr zu machen, wo das Auto über Nacht stehen bleiben kann und billiger als das Parkhaus ist ein Ticket meist auch.

Baustellen auf der Schiene sind ein ärgerliches Phänomen. Aber auch auf der Schiene muss gebaut werden. Auch Unfälle oder andere unvorhersehbare Ereignisse können den Schienenverkehr stören. Aber das ist ja auf der Straße nicht anders. Da es aber weniger Schienen als Straßen gibt, und diese meist voll ausgelastet sind, ist es nicht so einfach, einen Zug umzuleiten. Daher wird in diesen Fällen oft ein Schienen-Ersatz-Verkehr mit Bussen eingerichtet, der aber meist langsamer ist. Aber leider wird es nie gelingen, dass ein System durchgehend perfekt funktioniert. Gegen dieses „allgemeine Lebensrisiko" hilft leider nur, sich nicht zu sehr aufzuregen. Im Zug oder Bus kann man die Verspätung wenigstens nutzen, um zu lesen oder Mails zu schreiben. Im Stau geht das eher nicht.

Ja, da wären wir auch glücklich! Jeder Verkehrsverbund kann aber allein entscheiden, welches Ticketangebot zu welchen Bedingungen er vorhalten will. Im Nachhinein anzupassen, ist dann oft schwierig. Aber es gibt verschiedene Initiativen dahingehend, die Bedingungen anzugleichen. So etwas dauert aber ein wenig.

Ja! Derzeit wird im gesamten Norden des Landes das sogenannte „ÖPNV-Konzept Nord“ umgesetzt. Da bleibt kein Stein auf dem anderen, alle Buslinien werden komplett überarbeitet. Wenn alle Linien umgesetzt sind, wird es in der Region eine deutlich bessere Angebotsqualität geben, auch in sehr ländlichen Gebieten. Als nächstes folgt der Bereich des RNN. Im Süden des Landes wird es noch etwas dauern, dort ist aber das bisherige Angebot in der Regel bereits besser, als es im Norden bislang war.

Mehr Platz im Zug wird für Fahrräder auf den belasteten Strecken dauerhaft nicht möglich sein. Aber wir haben erkannt, dass wir an den Stationen deutlich mehr Abstellmöglichkeiten für Fahrräder anbieten müssen, in denen auch hochwertige Fahrräder sicher und geschützt abgestellt werden können. An den Fahrzielen werden sich mehr und mehr Fahrradverleihsysteme etablieren. Daher wird es hoffentlich künftig weniger notwendig sein, sein Fahrrad in den Zug mitzunehmen.

Enge Taktungen bringen immer mehr Fahrgäste. Leider lassen sich aber nicht überall dichte Takte realisieren. Auf der Schiene ist das Problem, dass die Schienen „voll" sind. Mehr Züge kann man dort nicht verkehren lassen. Auf der Straße zählt das Kosten-Nutzen-Verhältnis. Zwar ist der ÖPNV nicht kostendeckend, aber Aufwand und Nutzen müssen schon in einem angemessenen Verhältnis stehen. Auf dem Land sind wir aber gerade dabei, neue bessere Möglichkeiten zu schaffen. Wir nennen das ÖPNV-Konzept Nord. Wir hoffen, dass das von den Menschen vor Ort auch angenommen wird.

 

Uns ist bewusst, dass in Stoßzeiten die Kapazitäten auf den attraktiven Strecken nicht ausreichen. Dummerweise haben wir die Grenzen des mittelfristig Machbaren erreicht. Die Züge sind in der Hauptverkehrszeit so lang wie die kürzesten Bahnsteige auf der Strecke. Verlängern geht also nicht mehr, ohne die Bahnhöfe auszubauen. Das kostet sehr viel Geld und braucht Zeit. Auch mehr Züge können wir nicht fahren lassen, weil die Strecken pro Stunde nur eine gewisse Kapazität haben. Wenn wir noch engere Taktungen machen würden, wäre die Verspätungsanfälligkeit deutlich erhöht. Deshalb wird es in absehbarer Zeit auch nicht mehr Fahrradabteile geben, denn wir wollen nicht noch weniger Platz für unsere Fahrgäste zur Verfügung stellen.

Das kommt sehr auf deinen Wohnort an. Entlang der Eisenbahnstrecken ist das heute schon problemlos möglich. Aus eigener Erfahrung: Ein Auto abzuschaffen, spart enorm viel Geld. Für die wenigen Fälle im Jahr, wo man auch als Familie mal zwei Autos gleichzeitig braucht, kann man mit einem Leihwagen oder einem Car-Sharing-Auto sehr viel preiswerter klarkommen, als das ganze Jahr über ein Auto vorzuhalten.

 

Da gibt es keine feste Regel. Es hängt von der Anzahl der Fahrzeuge ab, die man einsetzen müsste, aber auch davon, wie viele Menschen das Angebot dann auch nutzen. Und zuletzt ist es eine Entscheidung der Politiker in der Stadt. Ohne Zuschuss kann kein Verkehr angeboten werden. Daher ist es auch eine Frage, wie viele Geld die Politiker zur Verfügung stellen wollen. Attraktive Verkehre gibt es teils schon in sehr kleinen Städten.

 

Nicht bald! Die gibt es jetzt schon. Auch wenn es gefühlt immer anders ist, unsere Pünktlichkeitsquoten liegen bei weit über 90 %. Und unpünktlich sind Busse und Bahnen in fast allen Fällen aufgrund von äußeren Umständen, die die Unternehmen nicht zu verantworten haben. Wenn der Bus im Stau steht, kann er nicht pünktlich sein. Das gilt auch bei extremem Wetter oder bei Baustellen. Mit dem privaten PKW kommt man aber auch nicht besser durch, da merkt man es nur weniger, weil es keine geplante Ankunftsminute gibt. Woran wir aber noch arbeiten müssen ist, dass wir den Kunden eine verlässliche Information dazu bieten.

 

Ohne genaue Angaben können wir nicht sagen, warum es auf deiner Strecke gerade schlecht läuft. Wir überwachen die Pünktlichkeit aber sehr genau. Jede einzelne Verspätung geht in ein System ein und wird dort erfasst. Wir erwarten, dass 95 % der Züge pünktlich sind. Wenn das nicht erreicht wird, müssen die Unternehmen Vertragsstrafen bezahlen, die so hoch sind, dass die Unternehmen ein großes Interesse daran haben, pünktlich zu fahren. Leider haben wir aber derzeit einige Probleme, für die die Unternehmen nichts können, wie z.B. Baustellen und einen leergefegten Arbeitsmarkt, sodass nicht genug neue Lokführer ausgebildet werden können. An allen Themen wird bereits gearbeitet, um die Probleme so schnell wie möglich in den Griff zu kriegen.

 

Du hast Recht, die MINT-Institute liegen nicht günstig zu den Haltestellen. Eine Haltestelle dazwischen wäre besser, aber auch nicht richtig gut. Außerdem kann im Bereich der Abfahrten von der Saarstraße zur Koblenzer Straße eine Haltestelle nur mit extrem hohem Aufwand gebaut werden. Kannst du vielleicht bis zur Station Hochschule Mainz durchfahren? Eine Überlegung wert ist aber, ob es gelingen kann, auf dem Uni-Gelände mehr MainRad-Stationen zu erreichten. Das könnte den Weg zu den Haltestellen vereinfachen.

 

Das freut uns, denn es zeigt, dass das System gut angenommen wird. Wir geben den Hinweis weiter, damit gezielt nachgesteuert werden kann. Denn die Systeme klappen nicht, ohne dass ständig Räder von Station zu Station transportiert werden. Morgens wollen alle von den Bahnhöfen in die Stadt und nachmittags wollen alle wieder an die Bahnhöfe zurück. Aber das Ziel ist es natürlich, dass immer genug Räder da sind.

 

Danke für Deine Treue zu uns! Eigentlich sollte so etwas nicht vorkommen, denn die Planung betreiben heute die Kreise und Kreisfreien Städte, bzw. die Verkehrsverbünde. Dabei werden die Umstiege immer in die Hauptlastrichtungen geplant. Schreib doch einfach deinen Verkehrsverbund an und teile die konkrete Situation mit. Wenn es möglich ist, etwas zu verbessern, dann wird man das auch tun.

 

Stimmt, in den Hauptverkehrszeiten ist es oft richtig kuschelig in unseren Zügen. Leider ist das mit den „längeren Zügen" gar nicht so einfach. Zwei Aspekte hindern uns besonders daran. Der erste: Züge sind enorm teuer und schwer zu beschaffen. Selbst wenn wir sie bezahlen könnten, die Fahrzeughersteller müssen sie dann erstmal bauen. Und die sind im Moment so dicht, dass es von der Bestellung bis zur Auslieferung Jahre dauert. Dazu müssten wir die Züge außerhalb der Hauptverkehrszeit irgendwo „parken". Auch das ist ein Problem, da es nicht überall genug Abstellgleise gibt. Was aber noch bedeutender ist: Oft sind die Bahnsteige gar nicht in der Lage, längere Züge aufzunehmen. Und dabei gilt immer: der kürzeste Bahnsteig auf der Strecke ist maßgeblich. Auch an diesem Thema sind wir dran, aber es dauert leider länger, als uns lieb ist.

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 bieten wir einige neue Fahrten auf der Strecke Mainz-Frankfurt über Höchst an. In den Zügen ist noch Luft, aber jeden Tag sitzen mehr Fahrgäste drin. Damit sind jetzt aber beide Strecken nach Frankfurt voll. Mehr Züge gehen allerdings nicht mehr, sonst ist die Schiene überlastet, was zu noch mehr Verspätungen führen würde. Für Busverkehr auf dieser Strecke wäre es super, wenn es von den Rheinbrücken bis Frankfurt durchgehende Sonderspuren bis in die Innenstadt gäbe. Dann könnten Busse am Stau vorbeifahren.

Fazit: Wir tun, was wir können, aber viel Hoffnung auf eine Angebotsausweitung können wir dir ehrlicherweise nicht machen.

 

In den Zügen wird es sicher keine Ladekapazitäten geben, das würde zu viel Platz verbrauchen und wäre technisch anfällig. Zumal es wohl eine große Konkurrenz um die vorhandenen Plätze geben könnte, sofern man diese nicht zu buchen kann. An den Bahnhöfen wird sich – zumindest bei größeren Stationen – sicher eine Ladeinfrastruktur entwickeln. Aber das wird noch Zeit brauchen.

 

Einsteigen außerhalb von Haltestellen ist in Deutschland gesetzlich verboten. Es ist an vielen Stellen für den Busfahrer auch schwierig, in Sekunden zu entscheiden, inwiefern es an einer Stelle gefahrlos möglich ist, zu halten und Fahrgäste aussteigen zu lassen. Flexibler wird das System aber dennoch. Im Zuge der in Umsetzung befindlichen ÖPNV-Konzepte Nord und RNN wird es in den nächsten Jahren verstärkt Sammel-Taxi-Systeme geben, bei denen man nicht nur an Haltestellen ein- und aussteigen kann.

 

Die Frage ist, was du darunter verstehst? Kinder fahren heute schon kostenlos mit Bus und Bahn, es gibt große Stellflächen für Kinderwagen oder auch ein Kinderfahrrad und im Fernverkehr gibt es Kinderabteile und sogar Kinderbetreuung. Für den Freizeitbereich gibt es spezielle Ticketangebote für Familien und die Unfälle von Kindern sind zahlenmäßig deutlich am geringsten bei den Nutzern von Bus und Bahn.

 

Ja natürlich. Sicher gibt es auf dem Land nicht einen so dichten Verkehr wie in den Städten. Aber auch dort verbessert sich derzeit einiges. Künftig wird es auch auf dem Land überall in Rheinland-Pfalz ein Angebot geben, mit dem es gut möglich ist, sich nur mit Bus und Bahn fortzubewegen. Die Umsetzung der Planungen hat in einigen Landkreisen schon begonnen, die anderen werden in den kommenden 5 Jahren nachziehen.

 

Das wichtigste Argument ist, dass einige der Strecken elektrifiziert sind, andere nicht. Aber abgesehen davon hätte dieser Ring auch nur ganz wenige Vorteile. Es würde für einige Fahrgäste Umsteigenotwendigkeiten reduzieren, das wäre aber auch schon alles. Wenn die Strecke Homburg-Zweibrücken reaktiviert wird, dann sind alle genannten Strecken gut abgedeckt. Für Kaiserslautern wären aber die Direktverbindungen nach Ludwigshafen und Mannheim weg. Wir meinen daher, dass das derzeitige Konzept nützlicher ist, als dieser Vorschlag. Trotzdem Danke!

 

Wir versuchen, auf allen Linien den ersten Zug so früh fahren zu lassen, dass auch „Frühstarter" ihren Arbeitsplatz rechtzeitig erreichen können. Das ist jedoch nicht in allen Fällen möglich. Besonders gilt das bei weiten Anreisewegen oder bei selten genutzten Verbindungen. Konkrete Wünsche nach bestimmten Verbesserungen können am besten den beiden zuständigen Zweckverbänden für die Organisation des Schienenpersonennahverkehrs übermittelt werden. Diese werden dann versuchen, im Rahmen des Möglichen diese Wünsche bei künftigen Planungen zu berücksichtigen.

 

Weil es zu teuer wäre. Man kann ein Fahrzeug nicht nur für einen Einsatz von zwei Stunden täglich beschaffen. Und selbst wenn es mit den Fahrzeugen noch gehen würde, spätestens beim Personal wird es schwierig. Außerdem sind „größere“ Fahrzeuge oft gar nicht möglich. Busse größer als 18 Meter (Gelenkbus) sind straßenverkehrsrechtlich nicht zugelassen, bei den Zügen sind die Bahnsteige meist nur 200 Meter lang, sodass dort keine längeren Züge halten können.

 

Wir passen sehr darauf auf, dass Anschlüsse passen. Aber es geht oft leider nur in eine Richtung. Daher werden die Anschlüsse immer in der sogenannten Lastrichtung optimiert, also dort, wo die meisten Menschen einen Nutzen haben. Deine Frage klingt so, als würdest du in eine andere Richtung umsteigen. Es ist oft organisatorisch einfach nicht möglich, einen Anschluss in alle Richtungen gleichermaßen funktionieren zu lassen, auch wenn wir das immer versuchen.

Wir planen aber regelmäßig Teile unserer Netze neu. Sollte es Möglichkeiten der Verbesserung geben, dann werden wir sie umsetzen, sobald Dein Netz wieder „dran" ist.

 

Das ärgert uns auch. Aber in den großen Städten wird überall dort, wo es möglich ist, etwas dagegen getan – mit Busspuren, Busampeln und anderen Maßnahmen. Aber dafür braucht es natürlich Platz, der nicht immer vorhanden ist.

 

Was verstehst du denn unter einer guten Verbindung? Die Züge zwischen Mainz und Darmstadt fahren alle 30 Minuten und sind in der Hauptverkehrszeit schneller als die Fahrt über die A60 mit dem Auto. Wir finden, dass das ein gutes Angebot ist!

 

In den Stoßzeiten fahren heute alle Fahrzeuge, die die Bahnen zur Verfügung haben. Neue Fahrzeuge können aber nur mit erheblichem Aufwand und erheblichem Zeitverzug gekauft werden, da die Hersteller sie gar nicht so schnell bauen könnten, wie sie derzeit bestellt werden. Abends und an den Wochenenden fahren die Züge immer nur mit einem Wagen, kürzer geht also nicht.

 

Das ist eine gute Idee! Leider scheitern viele gute Ideen am Geld. Rheinland-Pfalz gibt je Einwohner 100 Euro im Jahr dafür aus, dass Bus und Bahn fahren können. Dazu nochmal fast das Gleiche für den Ausbau von Haltestellen und Stationen. Jeder Euro, der mehr in den Nahverkehr gesteckt wird, freut uns, fehlt aber an anderer Stelle. Daher können wir leider nicht alle guten Ideen umsetzen. Aber du kannst dir sicher sein, dass wir Tag für Tag dafür arbeiten, dass wir so viel Geld wie möglich zur Verfügung haben. Und gute Ideen haben wir auch, was wir mit dem Geld machen können. Schnelle Direktverbindungen gehören definitiv dazu!

 

Eine Frage als Gedicht,
so etwas gab es hier noch nicht.
Eine Antwort fällt schwer,
als Gedicht noch viel mehr.

Ja, du hast Recht,
manches ist schlecht,
doch wir machen was geht,
damit sich das dreht.

Unser Team ist bestrebt
zu erreichen, dass mehr sich bewegt.
Bitte denke dennoch dran,
dass das Leben nicht perfekt sein kann.

Das kann dir heute niemand ernsthaft beantworten. Da sind noch zu viele offene Fragen, die sehr schnell beantwortet werden könnten, oder auch sehr langsam.

Ja, mehr P+R kann auf dem Land hilfreich sein. Es ist zwar nur die zweitbeste Lösung, da man dann trotzdem ein teures Auto vorhalten muss, was den Tag über rumsteht. Aber besser eine Fahrt, die teilweise mit der Bahn stattfindet, als eine Fahrt komplett mit dem Auto. Deshalb kann P+R in ländlichen Gebieten eine gute Ergänzung sein.

Wir bemühen uns, an immer mehr Bahnhöfen P+R anzubieten, bzw. überfüllte Plätze zu erweitern. Das stößt aber an Grenzen, nicht nur finanzieller Art. Es müssen geeignete Grundstücke zur Verfügung gestellt werden, was meist gar nicht so einfach ist. Auch das Planungsrecht spricht manchmal gegen einen Platz. Aber wir arbeiten dran, dass es immer mehr und größere Plätze gibt.

 

Das ist gar nicht einfach zu beantworten. Ruf-Systeme lohnen sich immer dann, wenn ganze Fahrten ausfallen. Aber in den Betriebskosten sind kleine und große Busse nahezu gleich. Und wenn man für den Schülerverkehr einen großen Bus braucht, dann ist es teurer, sich zusätzlich einen kleinen Bus für Ausnahmen auf den Betriebshof zu stellen, als den großen Bus den ganzen Tag fahren zu lassen. Daher wird bei jeder Linie genau geprüft, welche Lösung besser ist. Im Norden des Landes werden die Buslinien jetzt komplett neu eingerichtet, da sind auch zahlreiche Ruftaxi-Linien dabei. Aber eben nur dort, wo es sich lohnt.

 

Ja, das ist geplant. Nähere Infos hierzu kriegst du beim Verkehrsverbund oder der Stadt Ludwigshafen.

 

Kein System, in welchem so viele Menschen agieren, kann perfekt sein. Das sieht man ja beim Autoverkehr auch. Denn der ist jeden Tag mehr oder weniger verzögert. Nur merkt das keiner, weil es für das Auto keinen Fahrplan gibt. Das System ist immer dann anfällig für Verspätungen, wenn die Infrastruktur, also Straße oder Schiene, voll ist. Mehr Busspuren, mehr Gleise und vor allem mehr Bahntechnik würden helfen. Die sind aber nur mit sehr hohem Kostenaufwand herstellbar. Man versucht daher dort anzufangen, wo schon kleine Maßnahmen viel Nutzen bringen. Aber schon der Ausflug von zwei oder mehr Schulklassen kann einen Zugfahrplan so durcheinanderbringen, dass es zu zahlreichen Verspätungen kommt.

 

Zusatzzüge setzen die Verkehrsverbünde eigentlich zu allen größeren Festen ein. Auf den Homepages der Verkehrsverbünde und der größeren Unternehmen finden sich hierzu nähere Angaben.

 

 

Das ist leider nicht so einfach. Zum einen ist es unglaublich teuer. Daher werden in Deutschland in jedem Jahr nicht mehr als 100 km neue Gleise verlegt. Zum anderen ist es in Deutschland schwer geworden, Platz für neue Trassen zu finden. Schnell bilden sich Bürgerinitiativen von Betroffenen, die dagegen sind. Da geht es der Schiene nicht besser als der Straße. Von der Planung bis zur Realisierung vergehen daher heute oft mehr als 20 bis 30 Jahre.

Das ist vergleichsweise teuer im Betrieb. Außerdem wird es energetisch sehr intensiv, wenn man hohe Geschwindigkeiten erreichen will. So etwas ist lohnenswert, wenn es keine parallelen Straßen oder Schienen gibt. Wenn es die aber gibt, sollte man lieber den Verkehr dort stärken, als auf das Wasser auszuweichen.

 

Da arbeiten wir mit Hochdruck dran und in einigen Bereichen hat sich auch schon was getan! Derzeit wird im gesamten Norden des Landes das sogenannte „ÖPNV-Konzept Nord“ umgesetzt. Da bleibt kein Stein auf dem anderen, alle Buslinien werden komplett überarbeitet. Wenn alle Linien umgesetzt sind, wird es in der Region eine deutlich bessere Angebotsqualität geben, auch in sehr ländlichen Gebieten.

 

Samstags und sonntags fahren deutlich weniger Menschen. Alle Schulkinder und die meisten Berufstätigen fallen weg. Wobei es in der Tat gar nicht so viel weniger Verkehr gibt als an Wochentagen, nämlich nur 15 %, weil an den Wochenenden der Freizeitverkehr mit langen Fahrten deutlich ausgeprägter ist. Wenn deine Linie an den Wochenenden wirklich so voll ist, solltest du deine Kreisverwaltung anschreiben und diesen Zustand schildern. Nur die Kollegen dort können für mehr Angebot auf deiner Linie sorgen.

 

Seit Dezember 2014 fährt der RE 15 direkt von Mainz nach Kaiserslautern und zurück. Wir würden uns wünschen, dass er etwas häufiger fahren könnte, aber daran arbeiten wir noch.

 

Ganz einfach: weil in den Nachtstunden die Nachfrage extrem einbricht. Auf vielen Strecken gab es früher mal Nachtfahrten, aber diese waren so schwach nachgefragt, dass sich der Aufwand und die Kosten nicht gelohnt haben. Auch sind die Stunden zwischen Mitternacht und frühem Morgen ein wichtiger Zeitpunkt, um Instandhaltungsarbeiten durchzuführen. So gibt es derzeit auf der Strecke zwischen Paris-Ostfrankreich und Süddeutschland eine Nachtsperre, da hier Bauarbeiten durchgeführt werden. Gute Nachricht: die Sperre wird bald wieder aufgehoben!