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Berollt rolphen

Ob mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl: Wer bereift mit Bus und Bahn unterwegs sein will, der kann auf Hilfe zählen: Für die Planung, auf dem Bahnsteig oder an der Haltestelle, im Zug oder Bus gibt es diverse Angebote zur Unterstützung. Was du tun kannst, damit die Fahrt problemlos klappt, hat Rolph für dich zusammengestellt.

Vor der Fahrt: Barrierefreiheit checken

Wenn es für dich nicht so einfach ist, irgendwo hinzukommen, weil du vielleicht mit Kinderwagen, Rollator, Rollstuhl oder auch nur mit viel Gepäck unterwegs bist, prüfe bitte vorab, ob die Haltestellen, an denen du ein-, um- oder aussteigen willst, auch tatsächlich barrierefrei zugänglich sind und ob barrierefreie Fahrzeuge eingesetzt werden.

Bei der Bahn hilft der Mobilitätsservice

Bist du mit dem Zug unterwegs, kannst du vorab über die App „DB Barrierefrei“ oder die Website www.bahnhof.de checken, ob dein Start- und Ziel-Bahnhof barrierefrei sind und gegebenenfalls nach Alternativen suchen. Auf dieser Webseite Findest du auch, ob der Aufzug am Bahnhof funktioniert. 

Brauchst du Hilfe beim Ein- und Ausstieg, unterstützt dich die Mobilitätsservice-Zentrale (MSZ) der Deutschen Bahn. Unter deren Servicenummer oder online kannst du Hilfe anfordern. 

Ziel ist es aber, ohne fremde Hilfe und ohne Voranmeldung die Züge nutzen zu können, da sowohl die Bahnsteige und deren Zugänge als auch die Züge komplett barrierefrei sind. Hier wurde in den letzten Jahren in Rheinland-Pfalz viel erreicht. Welcher Bahnhof barrierefrei zugänglich ist, findest du auf dieser Karte:

Bei Bussen und Straßenbahnen unterstützen die Verkehrsbetriebe

Bei den Bussen und Straßenbahnen findest du die Infos bei den örtlichen Verkehrsbetrieben, die auf den Linienplänen die entsprechenden Haltestellen markiert (wie in Trier) oder gelistet (wie in Ludwigshafen) haben. In Mainz zum Beispiel sind bis auf eine (Medienberg) alle Haltestellen barrierefrei.

In kleineren Städten beziehungsweise in ländlichen Regionen besteht noch größerer Handlungsbedarf, um die Haltestellen barrierefrei auszubauen, aber auch, um die dazu passenden Fahrzeuge einzusetzen. Alle Haltestellen in Rheinland-Pfalz werden deshalb gerade in puncto Barrierefreiheit untersucht. Zukünftig sollst du schon über die Fahrplanauskunft erfahren, wie es am Bahnhof aussieht und was für ein Fahrzeug fährt. 

Hilfen beim Einstieg

Wenn’s dann losgehen kann und du an deiner barrierefreien Haltestelle bist, gibt es noch ein paar Tipps, wie du gut an dein Ziel kommst: 

Wartest du auf den Bus, dann lass den Fahrer oder die Fahrerin durch ein Handzeichen und Augenkontakt wissen, dass du mitfahren möchtest. Der Bus wird dann – wenn möglich – in deiner Nähe halten. 

Einstieg ist beim Bus in der Regel an der mittleren Tür, denn die ist breiter und hat meist eine Rampe. Bei der Straßenbahn kann es auch die erste oder letzte Tür sein. Bei einigen Fahrzeugen gibt es innen und außen eine spezielle blaue Taste, den sogenannten Kinderwagenschalter. Er verhindert, dass sich die Tür automatisch nach wenigen Sekunden wieder schließt. So hast du genug Zeit, sicher ein- und auszusteigen. 

Auch bei den Zügen sind die Einstiege mit dem Rollstuhlsymbol gekennzeichnet und führen zu einem Mehrzweckabteil mit ausreichend Platz für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen oder Fahrräder. Neue Nahverkehrszüge sind zusätzlich zu einer mobilen Rampe mit einer automatischen Spaltüberbrückung ausgestattet. 

Brauchst du Unterstützung beim Ein- oder Aussteigen, solltest du die vorab über die Mobilitätsservice-Zentrale buchen (siehe oben).

Bereift in Bus und Straßenbahn

Bist du dann drinnen gut angekommen, gibt es im Bus und in vielen Straßenbahnen direkt an der Tür einen extragroßen Platz für deinen Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen oder auch für dein Gepäck. 

Wichtig ist, dich jetzt gut und sicher zu platzieren: Kinderwagen und Rollstuhl solltest du immer gegen die Fahrtrichtung abstellen und die Bremsen ziehen. Mit Rollator setze dich auf einen Sitzplatz im Mehrzweckbereich und halte deine Gehhilfe gut fest. Was du niemals tun solltest: Dich auf den Rollator setzen. Das ist sehr gefährlich! 

In Bussen und Straßenbahnen gibt es in deiner Nähe spezielle Halteschalter, die du rechtzeitig drücken solltest, wenn du aussteigen möchtest. Den Platz aber bitte erst verlassen, wenn Bus oder Tram angehalten haben. Bei Niederflurtechnik senkt sich das Fahrzeug und/oder eine Rampe fährt aus. 

Auch beim Aussteigen gibt es etwas zu beachten: Du solltest immer rückwärts raus und dich dabei am Türgriff festhalten. So verhinderst du, dass deine Vorderreifen zwischen Fahrzeug und Bordstein geraten und dich ins Stolpern bringen.

Stressfrei im Zug

In den Zügen gibt es meist ebenfalls mehrere Rollstuhlstellplätze und in deren Nähe geeignete Sitzplätze. Die Abstellplätze in den Nahverkehrszügen sind auch für den Kinderwagen oder den Rollator gedacht. 

Weitere Infos: 

Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) und der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) informieren über Barrierefreiheit in ihrem Netz.

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), der auch für Mainz zuständig ist, hat ebenfalls eine Info-Seite zum Thema Mobilität für alle.

Die Deutsche Bahn hat einen Flyer herausgegeben mit Infos zum Bahnfahren ohne Barrieren.