Grenzüberschreitender Nahverkehr lässt Regionen zusammenwachsen

Der Triebwagen „Régiolis“ verbindet ab Dezember 2024 Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und das Saarland mit der französischen Région Grand Est – ein Projekt gelebter europäischer Integration.

In Neustadt an der Weinstraße wurde am Samstag, den 10. Juli 2021, Geschichte geschrieben: Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die französische Europaabgeordnete Anne Sander, die stellvertretende Ministerpräsidentin des Saarlandes Anke Rehlinger, die Staatssekretärin im Verkehrsministerium Baden-Württemberg Elke Zimmer, Vertreter und Vertreterinnen der beiden rheinland-pfälzischen Zweckverbände für den Schienenpersonennahverkehr sowie des Unternehmens Alstom präsentierten den ersten Prototyp des grenzüberschreitenden Triebwagens für den deutsch-französischen Nahverkehr: „Régiolis“.

Der „Régiolis“ soll ab Ende 2024 mit einem vertakteten Zugangebot an allen Tagen der Woche sieben grenzüberschreitende Strecken bedienen und so Deutschland und Frankreich verbinden – drei davon in Rheinland-Pfalz:  

  • Strecke zwischen Neustadt und Strasbourg (Straßburg)
  • Strecke zwischen Trier und Metz
  • Strecke zwischen Wörth und Strasbourg (Straßburg)

Bisher waren Versuche, den deutsch-französischen Nahverkehr zu verbessern, immer an Herausforderungen wie den unterschiedlichen Signal- und Stromsystemen gescheitert. Nun haben sich die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, das Saarland sowie die französische Région Grand Est (Elsass (Alsace) und Lothringen (Lorraine)) zusammengeschlossen, um das Projekt anzugehen, das von der Europäischen Union als „Flagship Project for Public Transport in Europe“ bezeichnet und als gelebte europäische Integration angesehen wird.

Der trimodale Prototyp auf Grundlage des Alstom-Triebwagens wird auch „Bi-Bi“ genannt: Das erste „Bi“ steht für den Antrieb, der sowohl elektrisch als auch mit Dieselmotor möglich ist. Das zweite „Bi“ steht für die zwei Stromsysteme – das deutsche und das französische Wechselstromsystem.

Das Projekt stellt gleichermaßen ein attraktives und klimafreundliches Verkehrsangebot für Pendler und Pendlerinnen dar und bietet auch für den Freizeitverkehr neue Perspektiven. Im „Régiolis“ wird auch die Fahrradmitnahme erlaubt sein, sodass neue touristische Touren über Grenzen hinweg ermöglicht werden.

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