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Heute: Mobilitätskonsens 2021

Rheinland-Pfalz sucht den „Mobilitätskonsens 2021“. Mehr als 7.000 Menschen haben sich an dieser Suche beteiligt. Um was es dabei geht, was sich die Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer wünschen und welche Konsequenzen gezogen werden, erfahrt ihr hier.

Was ist der Mobilitätskonsens 2021? 

Der „Mobilitätskonsens 2021“ ist ein mehrstufiges Projekt, in dem die Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer von der Landesregierung aufgerufen wurden, sich an der Diskussion über die Mobilität der Zukunft und ein neues Verkehrskonzept für Rheinland-Pfalz zu beteiligen. Es wurde eine umfangreiche Online-Befragung durchgeführt, fünf regionale Mobilitätsforen über Mobilität in Stadt und Land, über Zukunftstechnologien und Digitalisierung sowie über den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) von morgen wurden veranstaltet sowie diverse Workshops im ganzen Land organisiert.

 

Wie haben sich die Menschen beteiligt?

Viele Menschen haben sich engagiert und an der Befragung und den regionalen Mobilitätsforen teilgenommen und sich eingebracht. Mehr als 7.000 von ihnen haben bei der Online-Umfrage mitgemacht. 79 Fragen zum Thema Mobilität wurden ihnen gestellt und sie konnten auch ihre eigenen Vorstellungen und Ideen aufschreiben. Diese Möglichkeit hat fast jeder zweite Teilnehmer genutzt. So kamen zahlreiche Vorschläge zu den Themen Bahn/ÖPNV, Auto, Fahrrad, Alternative Antriebe, Digitalisierung, Umwelt und Verkehrssicherheit zusammen, die von der Landesregierung ausgewertet werden.

 

Wer hat an den Befragungen und Foren teilgenommen?

An der Online-Befragung haben Menschen aller Altersgruppen teilgenommen, am stärksten vertreten sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen 41 und 65 Jahren mit mehr als 47 Prozent. Über 61 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus der Stadt, fast jeder Vierte sogar aus einer Großstadt. Fast die Hälfte der Befragten kommt aus der Region Rheinhessen-Nahe, jeder Dritte aus der Region Mittelrhein-Westerwald.

Rund 300 Expertinnen und Experten sowie Interessenvertreter von Unternehmen, Verbänden, aus Gesellschaft und Politik haben an den fünf regionalen Mobilitätsforen, vier Denkfabriken und 60 Workshops mitgearbeitet. An den vier Jugend-Mobilitätsforen haben sich 60 Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studierende beteiligt.

Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

Eine Erkenntnis ist zwar nicht überraschend, aber dennoch entscheidend: Die Vorstellungen und Anforderungen an die Mobilität von morgen unterscheiden sich sehr stark, je nachdem, ob man vom Land kommt oder in der Stadt lebt. Im ländlichen Raum ist das Auto ungeheuer wichtig, die Stadtbewohner wünschen sich deutlich weniger Verkehr oder gar eine ganz autofreie Innenstadt und vor allem mehr und bessere Radwege. 

Wichtig ist den Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzern aber durchweg, dass Mobilität bezahlbar ist und der öffentliche Personenverkehr in Bezug auf Ausstattung, Pünktlichkeit und Taktung verbessert wird.

Was haben die Menschen sonst noch vorgeschlagen?

Die Online-Befragung eröffnete auch viel Platz für eigene Vorschläge. Diese Möglichkeit haben mehr als 3.400 Menschen auch genutzt. Ein zentrales Thema: die Tarifstruktur der verschiedenen Verkehrsverbünde. Hier gab es zahlreiche Ideen, wie man als Nutzer des ÖPNV einfach und unkompliziert und mit einem fairen Preis von A nach B kommt, ohne sich mit den unterschiedlichen Tarifsystemen auseinandersetzen zu müssen: Ein Ticket für ganz Rheinland-Pfalz, gerne auch noch für die angrenzenden Nachbarländer, über die verschiedenen Verkehrsmittel wie Bus und Bahn hinweg – das wünschen sich viele Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer. Auch die Preisgestaltung sollte transparent und fair sein.

Und was wird jetzt getan?

Verkehrsminister Dr. Volker Wissing zieht seine Schlüsse aus der Befragung: „Wir brauchen einen Konsens zwischen den Städten und ihrem Umland.“ Aber Konsens bedeute nicht, dass alle das Gleiche wollen: „Mobilitätskonsens heißt, auf Grundlage unterschiedlicher Bedürfnisse ein Angebot zu organisieren, das möglichst vielen gerecht wird“, stellt Dr. Wissing klar. „Wer die Städte vom Verkehr entlasten möchte, muss den Menschen im Umland ein Angebot machen, wie sie dennoch Arbeit, Einkauf oder Theaterbesuch in der Stadt realisieren können.“ 

Der nächste Schritt, um diesem Ziel näherzukommen, wird nun getan: Ein neues Nahverkehrsgesetz ist schon in Arbeit. Zusätzlich wird ein Gutachten zur Reform der Tarifstrukturen in Auftrag gegeben. „Wir brauchen attraktive, verständliche Tarife und an der einen oder anderen Stelle neue Angebote“, erklärt Dr. Wissing.