Zurück nach oben scrollen

Mehr Rechte für Bahnreisende ​​​​​

Gute Nachrichten für alle, die regelmäßig mit dem Zug unterwegs sind: Das Europäische Parlament hat neue Regelungen beschlossen, welche die Rechte von Bahnreisenden ausweiten, bei der Deutschen Bahn könnt ihr fällige Entschädigungen bei Verspätung oder Zugausfall ab Juni 2021 auch online beantragen und das „Servicecenter Fahrgastrechte“ ist ab sofort unter einer neuen Rufnummer zu erreichen. 

Europäische Union beschließt neue Fahrgastrechte

Die vom Europäischen Parlament beschlossenen neuen Regelungen sorgen unter anderem dafür, dass ihr bei Zugausfällen und Verspätungen mehr Möglichkeiten habt, doch noch ans Ziel zu kommen. Bei einer Verspätung von mehr als 60 Minuten könnt ihr zum Beispiel frei wählen, ob ihr die Ticketkosten erstattet bekommen, die Reise mit der geplanten Verbindung fortsetzen oder auf eine andere Verbindung umsteigen wollt – ohne Zusatzkosten.

Bei Verspätungen oder Zugausfällen aufgrund von „höherer Gewalt“ haben Reisende zwar keinen Anspruch auf Entschädigung, die Bahnunternehmen sind aber dennoch verpflichtet, Alternativen zur Weiterreise zu organisieren. Als „höhere Gewalt“ gelten nach den neuen Regelungen neben extremen Wetterbedingungen und schweren Naturkatastrophen jetzt auch schwere Gesundheitskrisen und Terroranschläge. Nicht in diese Kategorie fallen Streiks des Bahnpersonals. 

 

Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität sollen mehr Barrierefreiheit, bessere Unterstützungsangebote und flexiblere Reisebedingungen geschaffen werden. Mussten sie den Bahnunternehmen ihre Reisepläne bisher 48 Stunden im Voraus mitteilen, genügen künftig mindestens 24 Stunden. Darüber hinaus muss in jedem Zug Platz für mindestens vier Fahrräder zur Verfügung stehen. 

Die neuen Regelungen müssen von den Mitgliedstaaten der Europäischen Union innerhalb von zwei beziehungsweise vier Jahren umgesetzt werden. Ausführliche Informationen zu den Beschlüssen findet ihr auf den Seiten des Europäischen Parlaments. 

Entschädigungen: ab 60 Minuten Verspätung 

Eine Entschädigung von 25 Prozent des Fahrpreises könnt ihr im Rahmen der bereits bestehenden Fahrgastrechte beantragen, wenn euer Zug mehr als 60 Minuten Verspätung hat. Ab zwei Stunden Verspätung sind es sogar schon 50 Prozent. Was beim „Servicecenter Fahrgastrechte“ über ein analoges Formular funktioniert, soll bei der Deutschen Bahn ab Juni 2021 auch online möglich sein. 

„Servicecenter Fahrgastrechte“: zentraler Dienstleister  

Das „Servicecenter Fahrgastrechte“ bearbeitet im Auftrag der meisten deutschen Eisenbahnverkehrsunternehmen als zentraler Dienstleister Entschädigungsanträge aufgrund von Zugverspätungen oder -ausfällen. 

Um ihre Ansprüche geltend zu machen, sollten Reisende das Fahrgastrechte-Formular ausfüllen und mit den erforderlichen Belegen einsenden. Das Formular kann hier heruntergeladen werden. 

Bei Rückfragen ist das „Servicecenter Fahrgastrechte“ auch telefonisch zu erreichen – ab sofort unter der neuen Rufnummer 030 58 60 20 920 zum Tarif eines Festnetzanrufs. 

Deutsche Bahn springt auf den Digitalisierungs-Zug 

Grundsätzlich könnt ihr euren Anspruch aber auch direkt beim jeweiligen Eisenbahnverkehrsunternehmen geltend machen. Bei der Deutschen Bahn als einem der größten Eisenbahnverkehrsunternehmen könnt ihr ab Juni 2021 fällige Entschädigungen sogar ganz einfach online beantragen. An den Bedingungen für eine Entschädigung ändert sich dabei nichts. Welche Ansprüche in welchem Fall bestehen, darüber informiert die Deutsche Bahn auf ihrer Website im Bereich Fahrgastrechte. 

Auch einige regionale Eisenbahnverkehrsunternehmen bieten euch die Möglichkeit, Entschädigungen online zu beantragen – zum Beispiel die Mittelrheinbahn. Am besten informiert ihr euch im Entschädigungsfall direkt bei eurem Eisenbahnverkehrsunternehmen. 

Wer einen Blick auf die bisher schon bestehenden Fahrgastrechte werfen möchte, findet diese hier www.fahrgastrechte.info