Mit Rolph aufs Rad – bei Wind und Wetter

Gott sei Dank muss das Rad nicht erst erfunden werden: Rolph hat nachgefragt, was es jetzt beim Aufstieg aufs Rad zu beachten gibt und was du besonders bei kalten Temperaturen wissen solltest. 

Bildquelle: www.fahrradmagazin.net

Ob für kleine Fluchten, für die existenzielle Alltagsbewältigung oder als Fitnesstrainer: Nie war das Fahrrad so beliebt wie heute. Zu Recht, findet Rolph, denn das Zweirad gehört – wie Bus und Bahn – zur Mobilität der Zukunft. Während wir alle im Homeoffice gearbeitet und gelernt haben, war der Wunsch nach etwas frischer Luft, Vitamin D und Bewegung außerhalb der eigenen vier Wände groß. Dabei haben nicht nur eingefleischte Zweirad-Anhänger ihre Liebe fürs Velo ausgelebt, sondern auch Neulinge, Schön-Wetter-Radler und Wiedereinsteiger sind aufs Rad gestiegen. Aber was gibt es denn eigentlich zu beachten, wenn das Wetter mal nicht so schön ist?  

Fahrradfahren im Herbst und Winter

Für viele bedeutet der Beginn der kalten Jahreszeit, das Fahrrad wieder in den Keller oder Schuppen zu verfrachten und auf besseres Wetter zu warten. Aber wieso ist das so? Denn eigentlich gibt es keinerlei Gründe, im Herbst und Winter auf das Radfahren zu verzichten. Wenn du einige Dinge beachtest, kannst du dich auch bei schlechtem Wetter guten Gewissens aufs Rad schwingen.  

Die richtige Kleidung 

Die Jahreszeit bringt es leider mit sich, dass es öfter mal einen Schauer gibt und der Fahrtwind plötzlich eiskalt ist. Zwiebeln ist also angesagt! Am besten trägst du mehrere Schichten übereinander, damit du dich je nach Wind und Wetter an- oder ausziehen kannst. Denn die gefühlte und die gemessene Wärme unterscheiden sich. Ausschlaggebend für dein Wohlbefinden ist die Körperwärme: Obwohl es draußen kalt ist, kannst du ganz schön ins Schwitzen kommen, wenn du zu dick angezogen bist.  

Empfehlenswert sind eine gute Regenjacke, geschlossene, wasserdichte Schuhe sowie im besten Falle eine Regenhose, wenn du trocken an dein Ziel kommen möchtest. Wer es etwas pragmatischer mag, kann auf einen Regenponcho zurückgreifen, der zusätzlich noch Rucksack oder Tasche trocken hält. Nachteil ist hier jedoch, dass er im Fahrtwind mitunter sehr stark flattert. Auch Handschuhe solltest du griffbereit haben, sobald es kalt wird.  

Tipp: Achte darauf, möglichst helle Kleidung beziehungsweise Kleidung mit Reflektoren zu tragen, damit du auch bei Dämmerung für alle anderen gut zu sehen bist. Dein wichtigstes Accessoire, egal zu welcher Jahreszeit: der Helm – am besten auch mit Lampe oder Reflektoren versehen.  

 

Passe deine Fahrweise an 

Beim Fahren in Dunkelheit, bei Regen oder Schnee gibt es einige Punkte, die du beachten kannst, damit du sicher ans Ziel kommst:  

  • Dunkelheit oder Nebel können die Sicht beeinträchtigen. Fahre vorausschauend und richte deinen Blick immer etwa fünf Meter vor dem Rad auf die Straße. 
  • Durch Nässe, Laub oder Frost kann die Straße rutschig werden – es ist deswegen ungemein wichtig, dass du deine Fahrweise anpasst und langsamer fährst als gewohnt. Besondere Vorsicht gilt bei Gullys und Fahrbahnmarkierungen, diese können sehr rutschig sein! 
  • Wenn Laub gefallen ist oder Schnee liegt, können Hindernisse und Unebenheiten versteckt sein. Besonders auf unbekannten Strecken solltest du dann doppelt vorsichtig sein und vorausschauend fahren.  
  • Versuche, scharfe Kurven zu vermeiden und reduziere dein Tempo, bevor du in die Kurve fährst. Beim Bremsen in der Kurve kann dein Rad leicht wegrutschen. Rechne außerdem am besten immer damit, dass sich dein Bremsweg verlängern kann.  
  • Wenn der Untergrund glatt ist, tritt am besten mit schweren Gängen an. Durch ein geringeres Drehmoment behält das Hinterrad so Bodenhaftung.  
  • Bei Pfützen und Hügeln hebe den Hintern aus dem Sattel und verlagere dein Körpergewicht leicht nach hinten – das Vorderrad kannst du dann leicht über das Hindernis ziehen und gleichzeitig wird verhindert, dass es zu sehr spritzt.  

 

Vor dem Winter ist nach dem Winter: Checkt eure Räder!  

Egal, zu welcher Jahreszeit ihr euer Fahrrad aus dem Winterschlaf erweckt, nach Ansicht von Andreas Ehrhardt vom Fahrradladen „die Radgeber“ aus der Mainzer Altstadt sollten dabei grundsätzlich vier Dinge beachtet werden: der Luftdruck, die Kettenpflege, die Beleuchtung und die Bremsen.  

„Auf jedem Reifen ist an der Seite aufgedruckt, wie viel Druck reinmuss. Ein typischer Trekkingrad-Reifen kann durchaus vier, fünf oder sechs Bar vertragen, das unterschätzt man gerne.“ Der zweite Blick gilt der Kette: „Viele Ketten laufen trocken oder haben gar Rost angesetzt. Hier hilft die richtige Kettenpflege. Aber bitte kein Haushaltsöl verwenden, sondern spezielles Fahrradkettenöl.“  

Gerade in der dunklen Jahreszeit ist es umso wichtiger, dass Beleuchtung und Reflektoren gecheckt werden: Funktionieren die Leuchten hinten und vorne? Sitzen die Kabelverbindungen und ist der Akku für die Lampe geladen? Ganz wichtig dann vor dem ersten Losfahren: der Bremsentest. „Mit beiden Händen den Bremshebel packen und fest zuziehen wie bei einer Notbremsung.“ Dann zeigt sich, ob die Bremsen noch funktionstüchtig sind.  

Tipp: Wenn du sicher weißt, dass es durchgehend und stärker regnen wird, reduziere den Luftdruck auf deinen Reifen leicht. So hast du mehr Traktion auf der Straße und fährst sicherer.  

„Oldies“ genauer betrachten 

Der kleine Grundcheck funktioniert dann, erklärt Andreas Ehrhardt, wenn das Rad grundsätzlich gepflegt ist. Wer als Wiedereinsteiger oder Neuling einen „Oldie“ aus dem Keller holt, sollte noch etwas grundsätzlicher werden. Andreas Ehrhardt empfiehlt, „das Vorderrad zwischen die Beine klemmen und gefühlvoll den Lenker nach links und rechts bewegen“. Der Lenker sollte dabei nicht wackeln und fest verschraubt sein. Und überhaupt: „Man sollte einen langen Blick aufs Rad richten und von vorne bis hinten alles angucken: Ist etwas verbogen, sind die Bremsblöcke bröselig, ist das Reifenprofil okay?“ 

Behutsamer Fahrradputz 

Eine kleine Grundreinigung, bevor es losgeht oder einfach mal zwischendurch, kann keinem Rad schaden. Aber braucht es dazu Spezialreiniger? „Mit zwei Meter Abstand das Rad mit dem Gartenschlauch abspritzen, einweichen lassen und dann mit biologisch abbaubarem Spülmittel nachwaschen reicht völlig“, meint Andreas Ehrhardt. „Nicht zu penibel vorgehen und auf gar keinen Fall mit Wasserdruck auf das Rad halten, sonst gehen noch sensible Teile kaputt“, warnt er.  

Auf einen Blick:  

Was ist zu tun? 

  • Passende Kleidung anziehen 
  • Luftdruck überprüfen 
  • Bremsen kontrollieren 
  • Lichtanlage checken 
  • Kette ölen – und los geht’s! 

 

Natürlich wollen wir, dass du sicher ans Ziel kommst. Also steig bitte nur aufs Rad, wenn du dir wirklich zutraust, auch bei Regen, Nässe und Dunkelheit zu fahren! Im Zweifel gibt es bei Rolph immer noch genug andere Möglichkeiten, an dein Ziel zu kommen.  

 

Doppelter Pfeil nach oben