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Mobil im Netz – Kunst, Kultur und Live-Events

Natürlich sind wir alle mittlerweile absolute Profis der Online-Konferenz. Aber es gibt noch eine ganze Menge weiterer Möglichkeiten, Online-Tools einzusetzen. Und die sind bei Weitem interessanter als das wöchentliche Team-Meeting. Rolph hat nachgeschaut, was es da gibt.

Der virtuelle Museumsbesuch

Endlich mal wieder etwas anderes sehen, ein Museum besuchen, eine aktuelle Ausstellung besichtigen – das wäre eine schöne Abwechslung, aber bei Lockdown und Ausgangssperre unmöglich. Oder doch nicht? Die gute Nachricht: Viele Museen haben mittlerweile ihre Kunstwerke und Sammlungen digitalisiert.

Die große internationale Kunst findest du bei Google Arts & Culture. Der US-amerikanische Internetriese Google hat Kunstwerke von mehr als 2.000 Museen als hochauflösende Fotografien auf seiner Online-Plattform versammelt. Hier kannst du die großen Kunstorte der Welt virtuell erkunden – vom MoMA in New York City über das Rijksmuseum in Amsterdam bis zur National Gallery in London oder Berliner Museumsinsel. Du kannst dir zum Beispiel die Geschichte der Dienstmagd mit Milchkrug von Jan Vermeer erzählen lassen oder du zoomst in die Details der Geburt der Venus von Sandro Botticelli. Infos zum Kunstwerk gibt es direkt anbei. Oder du gehst – wie beim Street View oder in einem Online-Game – durch die Räume des Musée d’Orsay in Paris, zoomst in das Selbstporträt von van Gogh oder besuchst die Online-Ausstellung Meet 500 Years of British Artder Tate Britain.

Aber auch Museen, die es nicht auf die internationale Bühne schaffen, haben ihre Werke online gestellt und ihre Ausstellungen digitalisiert wie zum Beispiel das Landesmuseum Mainz. Mit Videos, hochauflösenden Bildern und erklärenden Texten kannst du in der virtuellen Ausstellung Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“ fast zwei Jahrtausende Monarchie in Europa – von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa – verfolgen. Wenn du nur mal vorbeischauen möchtest: Es gibt auch digitale Kurzführungen per Video zu ausgewählten Themen.

Manche Museen bieten gar online Führungen von Museums-Guides durch ihre digitalen Ausstellungen. Wie das Museum für Kommunikation in Frankfurt. Zu festen Terminen (bei vorheriger Anmeldung) kann man zum Beispiel gemeinsam mit Kuratorin Katja Weber virtuell durch die Ausstellung „Back to Future. Technikvisionen zwischen Fiktion und Realität“ schlendern und mit ihr über die Werke sprechen.

Wer ein ganz spezielles Werk wiedersehen möchte oder die Kunst eines bestimmten Malers, einer Bildhauerin oder einer Epoche, der kann auch die Web Gallery of Art besuchen. Das virtuelle Museum gibt es schon seit 1996 und es beherbergt mehr als 50.000 Bilder vorwiegend der europäischen Kunst und Architektur des 3. bis 19. Jahrhunderts. Die Datenbank ist gut erschlossen und mit einer Vielzahl von Kriterien durchsuchbar. Auch hier gibt es „geführte Touren“ wie zum Beispiel durch die Sixtinische Kapelle im Vatikan – wenn auch hier die Führung aus einem ausführlichen (englischen) Text mit zahlreichen Querverweisen und Links besteht.

Die Online-Weinprobe

Lade dir doch mal Gäste ein und kredenze ihnen ausgesuchte deutsche Weine. Das geht. Online. Die virtuelle Weinprobe kannst du selber – mit Freunden oder Familie – machen oder verschenken. Gemeinsam mit lieben Menschen in der ganzen Republik kannst du entspannt dort, wo es dir am besten gefällt, guten Wein verkosten und dir dabei von der Winzerin oder dem Winzer erzählen lassen, wie er so gut werden konnte.

Such dir dein Lieblingsanbaugebiet (sechs der dreizehn deutschen Weinbaugebiete liegen in Rheinland-Pfalz) und deine Lieblingsrebsorten aus, ob bio oder konventionell, oder suche direkt nach Winzern in deiner Umgebung. Es werden meist feste Termine vorgeschlagen oder individuelle Arrangements angeboten. Bei einigen Weingütern kannst du auch einen kleinen Imbiss mitbestellen, passend zur Weinverkostung.

Die Weinprobe findet meist über Zoom statt, die Weinpakete werden vorab verschickt. Welche Winzer das anbieten, findest du zum Beispiel beim Deutschen Weininstitut: bei der „Winzersuche“ den Service „Virtuelle Weinprobe“ auswählen. Aktuelle Online-Weinproben aus dem größten deutschen Anbaugebiet findest du auch auf der Rheinhessen-Webseite.

Gemeinsam chillen

Online-Video-Tools kennen wir wahrscheinlich alle. Aber man muss sie nicht nur für Meetings mit Chef und Kollegen nutzen, sondern kann auch ganz privat damit entspannen.

Gerade diese Tools sind eine echt einfache Methode, trotz Kontaktverbote mit deinen Freunden Zeit zu verbringen. Explizit für diesen Zweck bietet sich der Online-Dienst Discord an. Mit der Freeware kannst du unkompliziert ein virtuelles Zuhause für dich und deine Freunde schaffen. Hier kannst du reden, chillen, Musik hören und gemeinsam Spaß haben. Discord ist ursprünglich eine kostenlose Chat-App für Gamer und hat sich mittlerweile zum beliebten Treffpunkt insbesondere für junge Leute gemausert.

Das US-amerikanische Online-Konferenz-Tool Zoom ist dir vermutlich schon geläufig. Auch hier kannst du – über „Bildschirm teilen“ (Häkchen setzen bei „Ton freigeben“) – gemeinsam mit deinen Freunden Musik hören oder Videos schauen, chatten oder Dateien versenden. Zoom ist mittlerweile ziemlich bewährt und problemlos zu nutzen. Kostenlos ist Zoom für Meetings bis zu vierzig Minuten. Für zeitlich (fast) unbegrenzte Treffen (dreißig Stunden pro Sitzung) für kleine Gruppen bezahlst du rund 140 Euro im Jahr.

Konzerte und Festivals im Netz

Noch schöner, als gemeinsam Musik zu hören, ist es, zusammen ein Konzert zu besuchen und die Musik live zu hören. Wie zum Beispiel das Konzert des neu gegründeten internationalen Quintetts „Gutenberg Jazz Collective“, das am 16. Mai im Frankfurter Hof in Mainz auftritt. Du und deine Freunde können dabei sein – per Livestream. Du kaufst dir online ein Ticket und kannst dich dann zu Konzertbeginn einschalten.

Online findest du eine Vielzahl von Live-Konzerten – von Soloauftritten über Band-Gigs bis zum Sinfoniekonzert live aus dem hr-Sendesaal in Frankfurt am Main. Schau bei deinem Lieblings-Event-Ort nach, was dort angeboten wird, verfolg deine Lieblingsband und schau, wann sie auftritt, oder lass dich inspirieren durch Programmvorschläge der großen Konzertveranstalter und Ticket-Plattformen wie Ticketmaster oder ADticket.

Selbst das Open-Ohr-Festival, das jährlich Tausende zu Pfingsten auf die Zitadelle nach Mainz lockt, zieht vom 22. bis 23. Mai ins Internet. Und wie immer findest du hier noch viel mehr als Musik. Zum Programm-Motto Lasst uns bunte Banden bilden! gibt es Diskussionen und eine Lesung, Kabarett, Theater und Mitmachprojekte per Zoom.

Online ist natürlich noch mehr drin: Du kannst dir auch deine Band oder den Solo-Act per Stream ins Wohnzimmer holen. Oder in die diversen Wohnzimmer deiner Familie und Freunde für ein gemeinsames Musik-Erlebnis. Die Online-Plattform Sofa-Concerts vermittelt Künstlerinnen und Künstler für dein privates Live-Konzert per Videokonferenz. Und so unterstützt du auch ganz nebenbei jene selbstständigen Musikerinnen und Musiker, die gerade besonders unter den Einschränkungen zu leiden haben.