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Nahverkehr aus einem Guss

Mit dem ÖPNV-Konzept strukturieren wir das Busnetz in ganz Rheinland-Pfalz neu

Auf dem Land leben, kein Auto besitzen und trotzdem mobil sein? Das soll in Zukunft leichter möglich sein. Und zwar dank des sogenannten ÖPNV-Konzepts, das sich den Herausforderungen des demografischen Wandels und den Defiziten des Nahverkehrs im ländlichen Raum in Rheinland-Pfalz angenommen hat.

Was ist das Ziel?

Mit dem Konzept soll die Schere zwischen den Wünschen der Bürgerinnen und Bürger und dem tatsächlichen ÖPNV-Angebot der öffentlichen Hand geschlossen werden:

  • mehr Qualität,
  • gehobene Fahrgastausstattung,
  • erweiterte Fahrpläne
  • und neue Verbindungen.


Geplant und durchgeführt wird das Gemeinschaftsprojekt vom Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord), dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz sowie den Verkehrsverbünden Region Trier (VRT) und Rhein-Mosel (VRM).

Was heißt das konkret?

Auf Basis einer umfassenden Analyse der bestehenden regionalen und lokalen Buslinien entsteht ein neues Hauptliniennetz, das auf die Nahverkehrszüge abgestimmt ist und die wichtigsten Orte schnell und direkt verbindet. Dieses Hauptnetz wird durch 552 Ergänzungslinien erweitert, die in ländlichen Gebieten für eine regelmäßige Anbindung an das Hauptliniennetz und den Schienenverkehr sorgen. Auf einigen Linien werden am Wochenende und am späten Abend telefonisch bestellbare Rufbusse die Anbindung an das Hauptnetz sicherstellen.

Sonst noch was?

Ja. Denn das Konzept blickt auch über die Grenzen der Mobilität im Alltag hinaus und setzt ebenfalls einen Fokus auf das Thema Freizeitgestaltung. Zahlreiche touristische Ziele werden stärker in das Verkehrskonzept mit einbezogen; neue Fahrradbusse – mit einem Anhänger ausgestattet – und die Verknüpfung von Buslinien mit Bahnen und Schiffen sorgen hier zukünftig für eine bessere Erreichbarkeit von Loreley und Co. im nördlichen Rheinland-Pfalz.

Zur Umsetzung dieses Vorhabens musste sichergestellt werden, dass nicht nur die wirtschaftlich attraktiven Linien von den Verkehrsunternehmen angefragt werden. Mehrere Linien wurden daher zu sogenannten Linienbündel zusammengeschnürt. Die so entstandenen 55 Linienbündelungen beinhalten stets ertragsschwache und ertragsstarke Linien und sollen somit für einen ökonomischen Ausgleich und gleichwertige Attraktivität sorgen. 

Wo ist das Konzept schon umgesetzt?

Das ÖPNV-Konzept Nord wird bereits seit einigen Jahren im SPNV-Nord in den Verbundgebieten vom VRM und VRT nach und nach eingeführt. Vor diesem Hintergrund hat im Jahr 2016 die Region Rheinhessen-Nahe auch ein ÖPNV-Konzept für ihr Gebiet angestoßen. Das inzwischen fertiggestellte Konzept feiert aktuell die ersten Erfolge mit dem Start der ersten Linienbündel im Landkreis Alzey-Worms und auch für die Pfalz sind die Planungen angelaufen.