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Wandern mit der Hunsrückbahn

Sie ist etwas ganz Besonderes, die Hunsrückbahn: Auf der historischen Bahnstrecke zwischen Boppard und Emmelshausen überwindet sie auf den ersten gut 8 Kilometern mehr als 330 Höhenmeter. Damit gehört sie zu den steilsten Eisenbahnstrecken nördlich der Alpen. Und das ist bei Weitem nicht ihre einzige Attraktion. Sie verbindet auch Einstieg und Ziel des Hunsrückbahn-Wanderwegs, einer der schönsten und abwechslungsreichsten Wanderwege des an Traumschleifen und Premiumwanderwegen reichen Mittelgebirges. Rolph hat das Duo Hunsrückbahn plus Wanderweg ausprobiert.

Wer nicht gerade für die Alpenüberquerung üben möchte, der beginnt die Tour am Hauptbahnhof Boppard, wo die Hunsrückbahn Anschlüsse an die große weite Welt findet. Die Bahn fährt fast stündlich von Boppard über Buchholz, Fleckertshöhe und Ehr nach Emmelshausen, zum Einstieg in den Wanderweg.

 

Technische Meisterleistung

Die Hunsrückbahn bedient damit einen 15 Kilometer langen Abschnitt des historischen Streckenverlaufs, der von Simmern nach Boppard führte. Sie wurde 1908 eröffnet und steht als technische Meisterleistung unter Denkmalschutz: Ihr Weg führt durch fünf Tunnel sowie über das 150 Meter lange Hubertus- und das gleich darauf folgende Rauschenloch-Viadukt. 24 Minuten lang fährt die Bahn durch die spektakulären Landschaften des Mittelrheintals und Vorderhunsrücks bis Emmelshausen. 

Im ehemaligen Güterschuppen des ebenfalls denkmalgeschützten Bahnhofs befindet sich dort das kleine Hunsrückbahn-Museum. Hier haben Eisenbahnfans eine einzigartige Sammlung zur Hunsrückbahn zusammengetragen. (Aktuelle Öffnungszeiten beachten.)

16 Kilometer Eisenbahngeschichte

Von Emmelshausen geht’s dann zurück in Richtung Boppard. 16 Kilometer Eisenbahngeschichte führen uns entlang der Hunsrückbahn – mal oberhalb, mal unten durch, mal links der Strecke oder rechts. Zweimal stündlich passiert die Bahn die Strecke – jedes Mal ein blau-weiß-gelber Hingucker, nicht nur an den ausgewiesenen Aussichtspunkten. 

Die ersten Kilometer führt der Weg uns meist sanft abwärts über Wiesen und Felder, durch kleine Wälder oder auch einmal entlang der alten Hunsrückhöhenstraße. Das Logo des Hunsrückbahn-Wanderwegs ergänzt hier immer wieder die Infotafeln der Region Emmelshausen, die die wichtigsten Anlaufpunkte und Ziele genau verorten.

Wir erreichen die Haltestelle Fleckertshöhe, die recht idyllisch auf einer Wiese neben einer kleinen Straßenkreuzung liegt. Ab hier geht es durch den Wald leicht bergab. Gleich darauf stößt der Wanderweg auf einen asphaltierten Radweg, der entlang des Industriegebietes Hellerwald bis zum Bahnhof Buchholz führt. Puh, aber diese knapp 3 Kilometer lange Durststrecke ist schnell vergessen, wenn dann die Autobahn überquert ist und der spannendste Teil der Wanderung beginnt.
 

Spektakuläre Ausblicke

Nach ein paar Schritten in den Wald queren die Gleise der Hunsrückbahn unseren Wanderweg. Und da kommt sie auch schon, zum Greifen nah! Und schon vorbei.

Ab hier geht’s durch den Wald bergab, teils auf breiten Wegen, aber zumeist auf schmalen, manchmal auch ausgesetzten Pfaden. Mehr als 300 Höhenmeter geht es auf den letzten Kilometern bis Boppard hinab. 

Der Wanderweg läuft hier streckenweise mit der Traumschleife Elfenlay und gibt spektakulärste Ausblicke auf die Bahnstrecke frei. Die Top-Spots zum Fotografieren sind hier mit Infotafeln und Hinweisen auf die Durchfahrzeiten der Hunsrückbahn bestückt: zum Beispiel an der Liesenfeld-Hütte, wo sich ein grandioser Blick auf das 50 Meter hohe und 150 Meter lange Hubertus-Viadukt eröffnet. 

Von hier steigen wir steil bergab in die Hubertus-Schlucht, über die sich das gleichnamige Viadukt spannt. Die Bahn fährt nun hoch oben über die Arkaden des historischen Bauwerks. 

Größte Rheinschleife im Blick

Durch Buchen-, Eichen- und Mischwald führt uns der Weg weiter mit Blick auf den Rauherberg- und den Talberg-Tunnel bis zum Aussichtspunkt Kurt-Alich-Blick an der Traumschleife Elfenlay: Hier schauen wir auf den Bopparder Hamm: Mit der größten Schleife, die der Rhein auf seinem Weg in die Nordsee vollzieht, ändert der Fluss hier in einer doppelten S-Kurve gleich zweimal seine Fließrichtung um 180 Grad.

Dann kann nicht mehr viel kommen. Wir werfen einen letzten Blick auf die Einfahrt der Hunsrückbahn in die Steilstrecke kurz vor Boppard und den Betriebshof von Transdev, der Betreiberin der Hunsrückbahn. Dann sind wir auch schon unten. 

Wer in Boppard einkehren will, findet etwa am Marktplatz oder an der Rheinpromenade nette Cafés und Restaurants. 

Und wem es gefiel, der kann beim nächsten Mal die Tour mit der Bahn in Emmelshausen starten und beim Aufstieg von Boppard aus für die Alpenüberquerung üben.

Auf einen Blick: Hunsrückbahn-Wanderweg:

Wanderweg von Emmelshausen nach Boppard (und umgekehrt) entlang der Hunsrückbahn. 2012/2014 in zwei Abschnitten eröffnet:

  • Gut 16 Kilometer lang
  • Etwa 400 Höhenmeter
  • Entlang der historischen Hunsrückbahn
  • Neun Fotopunkte entlang der Strecke 
  • Infotafeln mit Fahrplanzeiten:
    • Liesenfeld-Hütte mit Blick auf das Hubertus-Viadukt von oben
    • Hubertus-Schlucht 
    • Rauherberg-Tunnel
    • Talberg-Tunnel
    • Einfahrt in die Steilstrecke bei Boppard
  • Durchgehend in beide Richtungen beschildert


Streckenvarianten: Anschluss an RheinBurgen-Fernwanderweg, Traumschleife Elfenlay oder Hunsrück-Höhenweg.
Abkürzungen: An allen Bahnhöfen besteht die Möglichkeit, mit der Hunsrückbahn weiterzufahren.

Auf einen Blick: Hunsrückbahn:

Die Hunsrückbahn wurde 1908 eröffnet und steht unter Denkmalschutz. Der jetzige Streckenverlauf bedient den Streckenabschnitt zwischen Emmelshausen und Boppard der historischen Hunsrückbahn, die ursprünglich zwischen Simmern und Boppard fuhr. Die Strecke wurde 2008 komplett saniert. Die Hunsrückbahn

  • überwindet auf 8,5 Kilometern (der insgesamt 15 Kilometer langen Strecke) 336 Höhenmeter: eine der steilsten Eisenbahnstrecken nördlich der Alpen und
  • führt durch fünf Tunnel und über zwei Viadukte.
  • Die Fahrzeit beträgt 24 Minuten beziehungsweise 26 Minuten.

Es gilt der Tarif des Verkehrsverbunds Rhein-Mosel (VRM), über die Verbundgrenze hinweg der Tarif der Deutschen Bahn. Das Rheinland-Pfalz-Ticket sowie das Schönes-Wochenende-Ticket sind ebenfalls gültig. Fahrkartenautomaten gibt’s im Zug.